„Weiße Rose Aktion 2026“: Amnesty International erinnert an Todestag und Widerstand in der NS-Zeit

Zu sehen ist ein Farbfoto. Auf diesem werden abgebildet: Ein knallgelber Stand von Amnesty International auf einem Gehweg in Münchne. Vor dem Stand stehen zwei weiblich gelesene Personen. Beide Personen lächeln, halten weiße Rosen in den Händen.

Alle Jahre wieder, verteilen Mitglieder*innen von Amnesty International Weiße Rosen in München.

Beitragsbild: Amnesty International, Münchener Gruppe gegen die Todesstrafe

Was ist am 22. Februar 1943 passiert?

„Man muss etwas machen, um selbst keine Schuld zu haben. Dazu braucht es einen harten Geist und ein weiches Herz“, lautet ein bekanntes Zitat Sophie Scholls. Die 21-Jährige, ihr Bruder, der 24-jährige Hans Scholl, der Medizinstudent Christoph Probst von 23 Jahren: Sie alle wurden am 22. Februar 1943 in einem Gefängnis in München-Stadelheim getötet. Die Hinrichtungen wurden mit der Guillotine vollstreckt. Im Juli desselben Jahres ereilte den Medizinstudenten Alexander Schmorell und den Musikwissenschaftler Kurt Huber dasselbe Schicksal. Ebenso Willi Graf im Oktober – ein junger Medizinstudent, der, genauso wie all die anderen, vor dem Volksgerichtshof bei einem Schauprozess zum Tode verurteilt wurden.

Wieso ist die Erinnerung an die Weiße Rose so wichtig?

Die Namen der Getöteten stehen bis heute stellvertretend für die Weiße Rose. Eine von jungen Menschen losgetretene Flugblattaktion. Eine Aktion gegen die Verbrechen der Nationalsozialisten. Ein Appell für den Widerstand gegen das Regime. Eine in Schrift gesetzte Kritik am Krieg – die Richter Roland Freisler mit Todesurteilen beantwortete. Freisler war Präsident des Volksgerichtshofs und ein zentraler Organisator des Holocausts.

Die Aktion zum Gedenktag von Amnesty International am 22. Februar 2026

In Gedenken an den Hinrichtungstag, aber noch mehr als Erinnerung an die mutigen Aktionen der Widerstandsgruppe Weiße Rose, verteilte Amnesty International am Zugang zum Englischen Garten weiße Rosen an Passant*innen. Interessierte informierten sich zudem an großen Schildern über den damaligen Widerstand. 83 Jahre nach der richterlich angeordneten Ermordung zeigte die Rosenaktion jene besondere Courage der Gruppe rund um Sophie Scholl auf. Und ihre Worte, die deutlich machen, wie aus weichem Herz mit hartem Geist Taten folgen. Folgen müssen – denn: „Wir haben alle unsere Maßstäbe in uns selbst, nur suchen wir sie zu wenig“, ruft sie uns bis heute ins Gedächtnis.


Quellen:

  • https://www.mdr.de/geschichte/ns-zeit/politik-gesellschaft/roland-freisler-richter-volksgerichtshof-100.html (Mitteldeutscher Rundfunk, aufgerufen am 8. März um 21:30 Uhr)
  • https://www.dhm.de/lemo/kapitel/der-zweite-weltkrieg/widerstand-im-zweiten-weltkrieg/die-weisse-rose  (Lebendiges Museum Online, aufgerufen am 8. März um 21:30 Uhr)
  • https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Wei%C3%9Fe_Rose (Historisches Lexikon Bayerns, aufgerufen am 8. März um 21:30 Uhr)
23. März 2026